Psychelektrik Dadakraut

by UFO Hawaii

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    Strictly Limited 44-Copy CD-R Edition With One-of-a-kind 5"x5" Original Artwork by the legendary Don Campau.


    ***
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    The Limited Edition CD-Rs have a special coating to give them their vinyl look.
    These are however CDs. They also have an black UV protective layer on the back side.
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1.
Flugfeld 04:20
2.
3.
4.
Windbeutel 03:19
5.
Tonsee 04:56
6.
7.
Suntruth 04:32
8.
9.
10.
11.
12.
Zen Burnout 08:15

about

Psychelektrik Dadakraut

Das Wahwah Geschwader landet mit Schmackes auf dem Tempelhofer Flugfeld. Dem silbernen Flugobjekt entsteigt zögerlich eine Delegation Hefegroßhändler und hält erstmal eine Ansprache am Brandenburger Tor.

Zehntausende Berliner jubeln Ihnen zu, doch räumt die Polizei neidisch mit Schaumwerfern den Platz. Im Verlauf des Nachmittags entstehen dort zehntausend neue Luxus-Townhouses, niemand geht mehr zur Arbeit, die Luft ist erfüllt mit metallisch vibrierenden Nanopralinen die nach Persico schmecken.

Die Zeit wird knapp, wir müssen uns beeilen. Ein warmer Wind zieht auf. Untrügliches Zeichen für einen bevorstehenden Klimawandel. Es ist Dienstag.

Die Hände tief in denTaschen surfe ich über das vom Morgentau noch glatte Kopfsteinpflaster Richtung Neukölln. Aus den Bäckereien quellen Hefezöpfe, es riecht nach frischem Kaffe und Backpfeifen.

In einer Pappkiste auf dem Gehsteig liegen Haselnüsse zum Mitnehmen und ein Mann im rosa Kamelhaarmantel. Ich nehme beides mit, und ein paar Ecken weiter erreichen wir die Adresse von der ich nicht mehr weiß, wer sie mir warum gegeben hatte.

Hey! Versehentlich im falschen Haus gelandet.
Das Wohnzimmer platzt aus allen Nähten. Die Hausband spielt als Bossa Nova getarnte Experimentalmusik, und viele tanzen bereits in der Küche auf den heissen Herdplatten.
Im Flur wird Conny Plank, der eigentlich nur kurz vorbeikommen wollte, inzwischen aber schon total betrunken ist, von einer Gruppe schöner Frauen bedrängt, während er philippinische Shanties zum Besten gibt. Die freundliche Nachbarin bringt Kuchen, doch alle haben schon gegessen. Tränen werden gelacht, dann die Betten gemacht.
Der nächste Tag verspricht viel, wird aber wenig halten.

Ich kuschle mich in das Eisbärfell, daß Helge Schneider hier hat liegen lassen. Ich träume von meinem Kinderzimmer, Hallogallo aus dem Radiorecorder, und durch die Dachluke sehe ich im Tal die Züge der Bahn pünktlich fahren.
Eine Kaffeemühle zieht ihre Kreise im blauen Sommerhimmel. Kondensmilchstreifen verdichten sich zu einem Angora-ähnlichen Gewebe. Es riecht nach erster Liebe.

Ein Rave am Strand von Kühlungsborn. Ein Neptundarsteller mit Dreizack und eine kleine Entourage barbusiger, dunkelblau bemalter Sirenen entsteigt seegrasbehangen den Wellen. Die Leute sind völlig aus dem Häuschen. Eine Touristengruppe junger Robben klatscht frenetisch Beifall. Leider hängen inzwischen Trauben von Wespen an meiner Himbeersiruplimonade. Doch trage ich ja selbst ein Wespenkostüm; und einen Fahrradhelm aus Himbeere.
Über Land radle ich Richtung Uelzen. Hier wohnt jemand, der mir noch ein Klavier schuldet.

Was ich nicht wußte: Uelzen besteht fast ausschließlich aus Bambushütten, es ist ausserdem niemand zu Hause.
Vorbei an arbeitslosen Werftarbeitern nehme ich die Straßenbahn zum Strand. Uelzen hatte nie eine Werft, ja nicht mal einen Hafen. Es ist heiß geworden und in den Gassen kocht die Milch in der Mittsommerschwüle. Das grelle Licht lässt mich blinzeln. Schweiss rinnt mir von der Stirn und aus den Schuhen. Meine Armbanduhr geht bereits rückwärts.

Beim Pfandleiher tausche ich sie gegen ein Frettchen ein. Das Frettchen wohnt mehrere Wochen in meinem Ärmel und hat die Angewohnheit an den Wochenenden Wäsche zum trocknen rauszuhängen. Wir verstehen uns an und für sich recht gut, obwohl das Frettchen mitunter rechtsradikale Freunde zu Besuch hat.

Der große Tag ist nun gekommen: Die Hefegrosshändler laden zu ihrem großen, alle sieben Jahre stattfindenden Ball.

Das Frettchen, ich, und eine entfernte Cousine die extra zu dieser Gelegenheit aus Paderborn angereist ist, stehen vor dem Veranstaltungsort, einem imposanten, mit bunten Ballons dekorierten Art Deco Kino. Als Vorfilm läuft Apocalypse Now, aber leider mit William Shatner in der Rolle des Colonel Kurtz.

Die Reden der Hefegrosshändler sind gewagt und zukunftsweisend, aber auch tierisch langweilig. Da helfen auch die von der Decke regnenden Schauermärchen, Pyrotechnik, und aus einer Schneemaschine abgeschossene Finanzprodukte nichts.
Als auch noch Scarlett Johannson die Bühne betritt, verdrücke ich mich durch den Hintereingang.

Wieder auf der Straße bemerke ich, wie die Edibles aus westfählischer Markenbutter zu wirken beginnen, die mir neulich mit der Post zugestellt, und eigentlich für den Nachbarn bestimmt waren - und die ich völlig vergessen hatte.

Wohlige Wärmewellen und Trompetenmusik durchströmen nun meinen von einer Aura feinster Weidenknospenhäärchen umsponnenen Körper.
Ich nehme mein Schicksal sukzessive leichter und steige ganz langsam auf; sehe die Stadt unter mir immer kleiner werden. Inzwischen ist sie nur noch so groß ein Brot.

Ich sitze nun auf einer Wiese und spiele drei Akustikgitarren. Es war ein guter Tag. Über mir schreibt eine italienische Kunstfliegerstaffel dreifarbige Aphorismen in den Himmel.
Und dort steht es nun auch, in Grün-weiß-roten Schäfchenwolken geschrieben: “Psychelektrik Dadakraut”. Na also.

credits

released December 6, 2020

Musik, Texte, Instrumente, Gesang und Produktion: Künstler Treu / UFO Hawaii
Aufgenommen im Telecacao Studio, Berlin
Dadakraut Drums: Andrew McGuinness
Psycheclectic Artwork: Don Campau (doncampau.com)


DaDaDank & Grüße an Freunde und Familie, insbesondere

Beat, Carola, Don, Frau von Zak, Fred & Luna, Harald & Maren, Heinz, Humidity Bob, Jann, Kurt, Markus, Matze, Marijntje, Miss LaLa, Miss Scalpel, Moritz & Anja, Mr. Godley, Mr. Jones, Mr. Love Lee, Mr. Mathews, Mr. McGuinness, Neelsee, Richard & Karen, Tobi und Alle im POP.

Mehr von Don Campau’s Bildern: doncampauartworks.shutterfly.com/pictures/8

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UFO Hawaii Berlin, Germany

UFO Hawaii, the artist formerly known as Künstler Treu , formerly known as Dauerfisch.

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